Die Sache mit X…

Lange nichts geschrieben und lange auch wirklich nichts gehabt über das es sich schreiben lässt. 

Außerdem wollte ich eigl. auch immer über gute Dinge schreiben. Das was folgt ist aber eher schlecht…

…wobei dann doch wieder nicht…

„Kannst du mal meine Karre mit auf die Arbeit nehmen und ma durchchecken, keine wirkliche Inspektion, lohnt sich bei den Kilometern nicht mehr wirklich“

„Klar kann ich machen, kein Ding“

„Ok. Dann bringe ich ihn dir am Dienstag vorbei und fahr dann mim Rad heim und hole ihn Ende der Woche wieder ab…“

Gesagt. Getan.

Noch bissie geredet und dann verabschiedet…

Im Auto lag noch das Nigel, Nagel neue Fully…“kann drinne bleiben, klaut schon keiner“

Trotzdem zwischendrin lieber ins Haus geholt. Bild gemacht und geschickt, dass es mir so lieber ist…

Nach ungefähr drei weiteren Stunden, gab es noch keine Eintrag auf Strava. Nun gut, er wird halt noch nen paar Kilometer drangehangen haben, wenn die 90km heim nicht reichen…

4 std. NIX

5 std. NIX

so ging das bis ca. 23 Uhr. Immer wieder nachschauen, NIX, FB, Whattsapp überall ewig nicht online gewesen und immer ein blöndes Gefühl, welches mich einfach nicht wirklich schlafen lies. Immer wieder wach und wenn eingenickt dann unruhiger Schlaf. 
1 Uhr 33 wieder wach. Nochmal das program: Strava, FB, Whattsapp… NIX

Dann im Messenger sehen das die Freundin von X online ist…um diese Zeit? Muss doch immer extrem früh raus…

Dann ein kurzer Satz im Massenger: X würde auf dem Heimweg angefahren…und im selben Moment klingelt mein Telefon…

Und dort wird die ganze Unruhe zur Gewissheit…

X ist übersehen worden (Licht war am Rad) und wurde von hinten von einem Autofahrer abgeräumt und in den Graben befördert, nachdem er vorher mit A-Säule und Windschutzscheibe Bekanntschaft gemacht hat…

An Schlaf war diese Nacht nicht mehr zu denken.

Banges warten was wird. Das einzige was man wusste: zur Zeit außer Lebensgefahr…muss allerdings mehrfach operiert werden. In dieser Nacht Not OP am Becken.

Was man zu der Zeit nicht wusste: ob er die Nacht überlebt…

X lag auf der „do or die“ Intensiv in der Klinik.

3 Tage im künstlichen Koma, zwischendrin immer mal wieder aufgeweckt um seine Extremitäten zu testen.

Becken zertrümmert 

Lendenwirbel komplett durchgebrochen

Wadenbein gebrochen

Kreuzband gerissen
Die nächsten Tage immer wieder banges nachfragen wie die OPs verlaufen sind, ob sich was verändert hat…

Dann endlich nach der Wirbel OP die gute Nachricht. 

X ist wieder ausm Koma raus und wieder bei Sinnen. Das muss er bei nem Test im Koma allerdings auch gewesen sein, denn Mittelfinger zeigen, auf die Anweisung die Hand zu bewegen ging da schon 😉

In der Nacht des Unfalls wurde dem Sanitäter im Rettungswagen auch noch erklärt wie man die Schuhe öffnet. Sonst alles ziemlich verschwommen ab dem Crash.

Weitere Tage des Wartens und immer wieder erkundigens…

Nach ca. 2 1/2 Wochen der erste Besuch. 

Erzählen lassen wie alles passiert ist, wie es nun weitergeht , wie X sich fühlt…Hören, das manche ???-Folgen auf schweren morphinen und sonstigen Medikamenten mehr oder weniger Horrortrips auslösen…

Stolz, aber extrem angestrengt zeigt X mir, dass er auf der Bettkante sitzen kann, wenn auch nur 2-3min. 

Aber verdammt nochmal, er sitzt!

Tags drauf die ersten Schritte mit nem Rollator. Von der Tür zum Krankenbett. Hammer Performance!

Und so geht es ständig weiter…

Bilder aus der Reha mit der Grillzange am Becken-Fixateur,perfekte hinhäng Möglichkeit für die Zange, nebenbei bemerkt. 

Und heute? 

Nach 79 Tagen ist X heute wieder nach Hause gekommen! Do or Die Intensiv, Intensiv, normale Station, Reha, normale Station, Reha.

Der Fixateur ist Geschichte, der Rest heilt weiter. Nun geht es mit ambulanter Reha und Physio weiter.

Das Auto wird morgen wieder übergeben…natürlich mit ausgeführtem Auftrag 🙂

Warum ich dies ganze schreibe?

X hat mich vor Jahren wieder zum Radfahren gebracht. Also zum wirklichen Fahren.

Am Anfang viel MTB mittlerweile mehr Rennrad. 

Da X einige Zeit bei einem großen namenhaften Hersteller arbeitete, kam daher auch mein Rennrad.

X ist mit mir meinen ersten 100er gefahren und hat mich ab Kilometer 80 mehr oder weniger nach Hause „geredet“, mich immer wieder motiviert. Mit Krämpfen und völlig fertig habe ich es aber geschaft. 

mit X fuhr ich auch aufs Radpradis Malle. Auch dort blieb er bei mir bis ich nicht mehr konnte oder wollte. Er fuhr weiter nachdem er mich aber immer bis zum Hotel zurückbegleitet hatte, oder zumindest  in die direkte Umgebung…und immer ohne zu mucken, immer auf mein Wohl bedacht…

X hat mir eben einfach die Freude am Radfahren gezeigt, auch wenn ich nicht der Rennfahrer bin, wie er  und auchnicht sein will. Letztes Jahr bin ich Rund um den Finanzplatz Eschborn-Frankfurt mitgefahren, just for fun. Nicht um zu gewinnen…
Dieses Jahr habe ich schon kurz nach seinem Unfall entschieden nicht zu fahren. Ebenso werde ich eine MTB-Vereinsfaht nicht mitfahren… und das ganze hat auch einen triftigen Grund: 

bei beiden Veranstaltungen war und wird der Feldberg im Taunus „bezwungen“ 

Ok. Ein Berg im Taunus! Und?

Nun vor 2-3 Jahren hieß es: „Feldi fahren wir zusammen, ich bring dich hoch“

Also warte ich nun auf X damit wir den Feldi fahren können…

Bis hierhin: „Danke für alles X“

Thailand to Cambodia Stage #10

Ich bin euch noch den Bericht von der finalen Etappe der Tour schuldig. Auf der letzten Etappe hatten wir nochmal alles dabei, was Kambodscha zu bieten hatte. Es gab gut befahrbare Straßen, sowie wunderschöne „Feldwege“ entlang des Siem Reap Flusses. Es ging entlang an Feldern und auch an kleinen Siedlungen, direkt am Fluss.
Auf den letzten 20 km Richtung Phnom Penh jedoch zeigte sich Kambodscha von seiner absolut hässlichen und kaputten Seite. Konkret geht es hier um eine 20 km lange Baustelle, in die sich der National Highway 5 auf einmal verwandelte. Es wurde einfach überall der Straßenbelag entfernt. Die Folge? Überall diese rote Erde, wie sie typisch für Kambodscha ist. Wäre eigentlich auch gar nicht so schlimm gewesen, war alles meist gut festgefahren. Befahren mit den Bikes war also weniger das Problem. Das Problem war schlicht und einfach der Verkehr hier in Kambodscha. Eine mindestens 4 spurige Straße auf der jeder fährt wie er will. Auch das weniger das Problem.
Das Problem war der Staub! Wenn zwei 30 Tonner an einem mit voller Geschwindigkeit auf dieser „Straße“ vorbeirauschen und noch unzählige weiter Fahrzeuge in beiden Richtungen sieht man irgendwann einfach nichts mehr. Davon das man nur noch schlecht atmen kann und man im wahrsten Sinne des Wortes „Dreck frisst“ möchte ich gar nicht reden. Nach 10 km auf dieser Piste musste ich dann auch vom Kopf her eine Pause einlegen, da mir einfach alles zuwider war. Nachdem wir was getrunken hatten und uns mal drüber Luft gemacht hatten, konnte es aber weiter auf die letzen Kilometer Richtung Phnom Penh gehen.
Wir hatten ja gehofft wir finden ein schönes Straßenschild auf dem man in der Hauptstadt willkommen geheißen wird, aber auch das war nix.
Stattdessen ging es noch durch enge Straßen mit unzähligen Rollern, TukTuks, Autos und LKW. Vereinzelt sah man sogar Radfahrer, hier allerdings nur recht wenige, zumindest habe ich nur wenige wahrgenommen, da ich mehr damit beschäftigt war zuzusehen das ich irgendwie lebend am Hotel ankomme. Es ist alles gut gegangen…
Im Hotel haben wir uns dann erstmal ein Bierchen gegönnt und dreckig und speckig wie wir waren fotografieren Lassen…
Die letzen tage haben wir dann mit Sightseeing und etwas shopping verbracht. Wir waren ebenfalls im Genozide Museeum und auf einem der berüchtigten Killing Fields, doch dazu in einem späteren Post etwas mehr.

Nur soviel vorneweg: Es ist unfassbar, was Menschen, anderen Menschen antun können, nur weil sie einer Ideologie folgen…

 

 

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Thailand to Cambodia Stage #9

Heute ging es ebenfalls wieder früh los, um wenigstens ein wenig der Hitze zu entgehen. Hat soweit auch alles geklappt.  Nach weiteren 95 km haben wir heute am frühen Nachmittag Kampong Chnnang erreicht und in unserem sehr idyllischen Guesthouse eingecheckt. Die Strassenverhältnisse heute waren definitiv als mangelhaft zu bezeichnen. Was sich hier national Highway nennt, ist eher eine ausgewaschene Landstraße in unseren Breiten. Ständige Huppel und ausgebesserte Stellen. Die ausgebesserten Dtellen sind dann noch mit absolut grobkörnigen Split (ca.3cm) versehen. Für das Fahrrad absolut grauenhaft. Zum absoluten Überfluss hat dann auch noch die Fahrradspur gefehlt, dienhier normalerweise neben der Straße verläuft. Fahrradspur ist vielleicht auch der falsche Ausdruck, wer standstteifen ohne eine Linie als Trennung. Auf diesem ganzen Stück bestand dieser aber nur aus Feldweg und sandigem Untergrund, also auch nicht wirklich befahrbar. Also mussten wir eben mehr oder weniger auf der Fahrspur fahren. Das mit dem hupen hatten wir ja schon…

Morgen haben wir dann unsere letzte Etappe vor uns. Nach knapp 90km bis Phnom Penh, wohooo….

Der heutige Blogeintrag wurde ihnen von der WordPressApp auf iOS präsentiert 😉

   
    
    
    

  

   

Thailand to Cambodia Stage #8

Gestern hieß es früh aufstehen. Sozusagen stand die Königsetappe der Tour an. Battambang nach Pursat. Das bedeutet in nackten Zahlen: 107 km, bei um die 33 Grad. Deswegen also recht früh los, damit wir der Hitze wenigstens ein wenig entgehen. Im nachhinein kann man auch sagen, das das wunderbar funktioniert hat. Die ersten 2 Stunden war es eigentlich angenehm Kühl bevor es langsam, aber sicher, wärmer wurde. Als Rettungsanker hatten wir uns noch Moung Reussei, auf ungefähr der Hälfte der Etappe ausgesucht. Dort soll es noch ein Guesthouse geben. Dort angekommen fühlten wir uns aber alle so gut, daß wir Einstimmig entschieden, weiter zu fahren. Es lief auch echt super und wir haben mi unseren bepackten Bikes einen beachtlichen Schnitt hingelegt, wie man aus dem Strava-Chart entnehmen kann. Sind wir auf den ersten 80 km mit nur zwei Stopps ausgekommen. mussten wir am Ende nochmal zwei einlegen…
Die letzten knapp 30 km waren dann auch von den Temperaturen her echt eine Prüfung. Zum Glück fanden wir das Hotel auf Anhieb, verstauten nur schnell unsere Bikes und unser Gepäck und stürzten uns regelrecht in den Pool um etwas Abkühlung zu bekommen.

Was noch zu erwähnen wäre:
Wir befuhren gestern und werden dies auch morgen tun, den National Highway 5.
Und die Kambodschaner fahren wie die, entschuldigt den Ausdruck, gesenkten Säue. Einfach unfassbar. Jeder fährt wie er will. Es wird sich zwar grob an den Rechtsverkehr gehalten, aber wenn man zu dritt nebeneinander fahren kann, meist zum überholen, dann wird das auch gemacht. Es gibt auch Schilder mit Geschwindigkeitsbegrenzungen, aber die stehen halt einfach nur so rum, weil dran halten tut sich eh keiner daran. Es wird ständig gehupt, damit die Leute Platz machen, warten wäre ja blöd. Nach zwie stunden war ich echt so gereizt von der ständigen Huperei, dass kann man sich gar nicht vorstellen. Am liebten einfach ein Auto, Bus, LKW, oder was auch immer anhalten und der Karre die Hupe rausreißen…
In Thailand wurde ja auch mächtig out of control gefahren, aber hier in Kambodscha ist es nochmal 3 Stufen härter. Aber was solls. Wir haben jetzt noch zwei Etappen vor uns, die werden wir auch noch gut überstehen.
Nachdem wir heute ein floating Village auf dem Tonle Sap besucht haben, geht es Morgen über fast 100 km nach Kampong Chhnang und danach ncohmals in einer über 90 km Etappe in unseren Zielort Phnom Penh. Bilder vom floating Village, versuche ich morgen mit den Etappenbildern hochzuladen. Wenn wir wieder zuhause sind, wird es eh noch einen abschließenden Blogpost geben und wohl auch eine Gallery mit allen zeigewürdigen Bildern der Tour. Dazu brauche ich allerdings noch die ganzen Bilder meiner zwei Mitstreiter. Backup der Bilder wird in Phnom Penh erledigt. Dort werde ich auch die ganzen entstandenen Videos zusammenfassen.
So genug für heute, es läuft Live Fußball, verstehe zwar kein Wort, aber meine Dortmunder kenne ich…

 

 

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