Rennradfahren und SlowCarb

Rennradfahren und SlowCarb? Was soll denn das bitte schön sein? SlowCarb!

Wie man hier nachlesen kann, habe ich im letzten Jahr mächtig etwas an meinem Körper verändert. Jetzt sagen natürlich viele: „Ja klar, viel Rennrad /MTB gefahren/Sport gemacht…“ aber das ist so nicht wirklich wahr.
Natürlich habe ich in 2013 3500km mit dem Rad abgespult, das hat allerdings gar nicht den den letzten Ausschlag gegeben, wie ich finde und weiter unten auch, ein wenig, widerlegen kann.Beginnen wir also nochmal kurz im Jahre 2012. Gegen Ende dieses Jahres hörte ich mal wieder Podcasts. Mitte des Jahres hatte ich wieder vermehrt angefangen Rad zufahren. Im Urlaub hatte ich das MTB dabei, welches sich zwecks Familientouren besser eignet. Wenn ich dann längere Zeit im Sattel saß, hörte ich eben jede Menge Podcasts, um mir die Zeit so kurzweilig wie möglich zu machen. Ausserdem ist es ein Ansporn einfach mal zu sagen: Ich fahre los um komme wieder, wenn die Episode XY beendet ist. Bei einigen Podcasts kann das schon ne Ansage sein…
Wie gesagt, gegen ende 2012 auf dem Rad gesessen und Bits und so gehört. Darin berichtete Basti (@Schlingel auf Twitter) davon, dass er 40kg in einem Jahr abgenommen hatte. Ganz ehrlich? Ich bin bald vom Rad gefallen als ich das gehört habe.
Er Sprach von einem gewissen Timm Ferris und dessen Buch: Der 4 Stunden Körper. Darin geht es um eine Ernährungsumstellung, nicht um eine DIÄT!!! Ich finde es wichtig dies hier gleich am Anfang zu erwähnen. SlowCarb ist nicht wirklich etwas was man einfach mal so 2-3 Wochen macht um Abzunehmen um dann wieder „normal“ zu Essen. Solche Powerdiäten, Iss nur DIES und DAS Diäten, Ananas Diät usw…. sind etwas völlig anderes. Sie helfen auch nicht. Sie stellen eine kurzfristige Gewichtsreduktion dar, die meist zu Mangelerscheinungen führt, weil man sich total einseitig ernährt.

Wie gesagt bei SlowCarb handelt es sich um eine Ernährungsumstellung.

Natürlich gibt es auch hier Einschränkungen, welche aber meiner Meinung nach sehr gut zu meistern sind.
SlowCarb ist auf fünf Grundregeln aufgebaut:

  • vermeide „weiße“ Kohlenhydrate (Brot, Nudeln, Kartoffeln, Reis, ZUCKER)
  • trinke keine Kalorien (Softtrinks, Saft)
  • esse keine Früchte! (keine Früchte? Ja, darin ist ZUCKER)
  • esse immer das selbe, wechsle nicht zu viel ab (je länger man dabei bleibt, desto mehr variiert man auch, alleine mit würzen verändert sich schon ne Menge)
  • einmal die Woche vergiss diese Regeln. Iss worauf du Bock hast

 

Was kann man nun also Essen? Nun der Körper braucht nun mal Kohlenhydrate um zu funktionieren, aber welche darf ich nun essen? Die Antwort ist eigl. einfach: Hülsenfrüchte (Bohnen, Kidney-Bohnen, Linsen)‘
Dann brauchen wir noch Eiweiß (Eier, Fleisch) alles erlaubt.
Und zum Schluß kommt noch Gemüse auf den Teller.

Eine SlowCarb-Mahlzeit besteht also aus diesen drei Komponenten: Hülsenfrüchte, Gemüse, Eiweiß. Und SlowCarb Mahlzeit heißt: JEDE MAHLZEIT!  Frühstück, Mittag, Abend!

Hört sich sehr merkwürdig an, aber man gewöhnt sich verdammt schnell daran. Ausserdem soll man viel trinken, so um die 3-4l am Tag sind ein gutes Maß. Getränke am besten Wasser, Tee (ungesüßt), Kaffee ist auch erlaubt.
Das Milchprodukte gemieden werden sollten ist auch noch ein Thema, dessen weshalb und warum im Buch gut erklärt wird. Ich möchte hier nicht zulange über die reine Ernährung schreiben. Fragen beantworte ich aber gerne per Mail.
Wer sich weiter über SlowCarb informieren will, dem sei 4Hourgeeks.com , besagten Basti, ans Herz gelegt. Dort gibt es Rezepte, ein gutes Forum und einen Podcast, der sich mit dem Thema beschäftigt.

Kommen wir nach diesem ganzen Ernährungsgelaber nun endlich mal zum Radfahren.

Begonnen hab ich am 01.01.2013 mit 110kg und bin nun auf ca. 85-87kg gelandet. Zu erwähnen ist in diesem Zuge dann noch das die ersten 13-15kg in den ersten 3 Monaten verschwanden… Meine ersten richtigen Ausfahrten mit dem Rad begannen aber erst im April, vorher war nur eine Tour im März. Das heißt also Radfahren hatte mit über der Hälfte des Gewichtsverlustes nichts zu tun!

Ich begann also mit über 10kg die neue Radsaison einzuleiten. Und was soll ich sagen? Es lief echt gut. Am Berg macht sich sowas bemerkbar wie Bolle…
Ich bekam viel mehr Spaß mich auf dem Rad zu bewegen, mitlerweile war das Rennrad, dass Rad der Wahl.

Ich ernährte mich immer strikt nach SlowCarb! Und damit kamen dann das ein, oder andere Problem.
Wie oben schon erwähnt, braucht der Körper Kohlenhydrate, gerade bei sportlicher Betätigung, nutzt der Körper der schnell verfügbaren Kohlenhydrate.

Je leichter ich wurde, desto öfter und länger wurden dann auch die Touren mit dem Rannrad. Soweit ja eigentlich kein Problem. Eigentlich.

Doch dann kamen sie, die Probleme.

Nach wenigen Wochen kam es zu überraschenden Wendungen. Plötzlich war kein Gewichtsverlust mehr feststellbar und schlimmer noch: Ich nahm plötzlich wieder zu. Nicht wirklich viel, aber da ich mich täglich wog, konnte man es feststellen. An meiner Ernährung hatte ich nichts geändert. Selbst beim Radfahren, nahm ich nur Wasser zu mir. Keine Isotrinks, Gels, oder Riegelchen, NIX!

Woher zum Teufel kam dann die Gewichtszunahme? Nun da ich auch immer meinen Bauchumfang gemessen habe, viel auf, das ich kontinuierlich an Umfang abnahm. Ich NAHM also ab. Auf der Waage aber ZU!
Nun, dieses Phänomen kam eben durch den Muskelaufbau, der durch die intensive Belastung und der Hohen Eiweißaufnahme resultierte.
Als dies im Kopf geregelt war, war wieder alles Gut. Ich wusste ja, ICH NEHME NOCH IMMER AB!

Ein Problem wäre also gelöst…

Kommen wir zum nächsten:

Die Anzahl der Touren stieg und auch die Umfänge der Touren stiegen. Die „normalen“ Feierabendrunden, lagen immer so zwischen einer oder zwei Stunden, bzw. zwischen 30-40km. Alles kein Problem. Doch dann kamen eben auch der Ehrgeiz mal 3-4 Std. im Sattel zu Sitzen und ein wenig den Helden der Tour de France nachzueifern und große Strecken zu Fahren.
Also auf Bike geschwungen und losgefahren. Und dann kam der Mann mit dem HAMMER! Ich fuhr eine mir bekannte Runde und dachte mir: Hah, du fühlst dich heute gut und hängst einfach ne Schleife dazwischen. Der Mann mit dem Hammer kam so nach ca. 2std. Bzw. dort kündigte er sich zaghaft an. Mein Oberschenkel wurden immer härter und fingen an zu Krampfen. Gedacht habe ich mir dabei allerdings noch nicht wirklich vielm zumal ich auch nur noch knappe 10km bis nach Hause hatte, bei noch 8km musste ich dann schon mal vom Rad und versuchen meine Beine durch Dehnübungen wieder locker zu bekommen. Als nur noch 5km zu fahren waren schlug der Hammer dann mit voller Wucht ein! NICHTS GING MEHR! ABSOLUT NICHTS! Ich konnte nicht mehr treten, ich konnte nicht laufen, ich konnte nicht stehen. Meine Beine waren ein einziger Schmerz!
Es blieb mir nichts anderes übrig als kleinlaut zum Telefon zu greifen , um mich abholen zu lassen.

Was war das Problem? Ganz einfach! Ich hatte nichts mehr in meinen Glykogenspeichern was mein Körper hätte verwenden können, Mineralien waren ebenfalls nicht mehr im Körper. Ich war völlig ausgelaugt. Ich hatte wohl den miesesten und wohl schön öfters gehörten Hungerast… Doch was soll man denn aufm Bike essen wenn schnelle (weiße) Kohlenhydrate Tabu sind? Riegel; Gels, Bananen gehen nicht.
Dieses Problem zu lösen geht meiner Meinung nach nicht wirklich einfach. Ich habe mitlerweile einen Weg für mich gefunden.
Anfangs hab ich mir gewisse SlowCarb-kompatible Muffins gemacht, diese mit Schinken belegt und eingepackt. Ebenfalls kam eine Messerspitze Salz in die Trinkflasche um für Mineraliennachschub zu sorgen. (Viele Krämpfe kommen nur daher)

Irgendwann kamen dann aber auch noch andere Überlegungen ins Spiel:

  • Bei einer langen Tour von ca. 70km verbrauche ich ca. 2000kcal!

Auch wenn man bei SlowCarb sich satt isst und man nicht auf die Kalorien achtet, geht es natürlich, wie bei allen Methoden um eine Negative Kalorienbilanz. Nehme ich weniger zu mir, als mein Grundumsatz beträgt, nehme ich ab und umgekehrt.

D.h. also: Wenn ich Bike verbrauche ich deutlich mehr Kalorien wie mein Grundumsatz ist. Teilweise hätte ich so dann die doppelte Menge am Tag zu Verfügung.
Ich habe also irgendwann angefangen zu ESSEN! Ich nahm mir Riegel mit, halbe Brötchen mit Käse, eine Banane. Kam ganz drauf an wie lange ich vorhatte zu Fahren. Irgendwann bekommt man ein Gefühl dafür, wieviel „Nahrung“ man braucht.

SlowCarb-Kompatibel?

Nicht wirklich! Aber: Für mich funktionierte bzw. funktioniert es noch. Teilweise wird der Abnehmeffekt deutlich gebremst. Zumindest auf der Waage. Die Umfänge schmolzen weiter und man merkte auch deutliche Veränderungen am Körper:

  • Muskeln wurde deutlich sichtbarer (nicht wirklich Voluminöser sondern definierter)
  • Adern treten sichtbar hervor

alles Anzeichen dafür, dass das Fett im Körper schmilzt.

Mein Ziel ist es dieses Jahr eigl. noch auf die 75kg zu kommen, ob ich dies jedoch schaffen werde werden wir sehen. Ich will auf jeden Fall meine Körperfettanteil weiter senken, bis dieser auf einem Niveau liegt, den ich möchte. Da ich auch Kraftraining einstreue, werden wir sehen wie „Schwer“ ich dann  sein werde.

Für mich funktioniert das gut, es bleibt natürlich jedem selbst überlassen, wie er das Ganze handhabt. Ich wollte einfach nicht auf den Sport verzichten, zumal es eine gute Möglichkeit ist, den Alltag hinter sich zu lassen und sich den Kopf FREIZUBLASEN…

Noch eine kleine Erfahrung wie man bei SlowCarb anfängt, seinen Körper, kennen zu lernen. Da man ja den Zucker meidet wie die Pest, hat man am Anfang einen regelrechten ZUCKERENTZUG. Ich bekam nach einigen Tagen Kopfschmerzen, Schwindel, fing an zu Zittern. Deutliche Zeichen einer Unterzuckerung! Aber danach war es auch vorbei, der Körper lernt auf den ZUCKER zu verzichten. Die Kohlenhydrate nimmt man ja über Hülsenfrüchte zu sich, die aber eben nicht schnell in den Organismus übergehen, sondern langsam.
Worauf will ich eigentlich raus? Nun. Man sieht immer wieder im Profisport, das gegen Ende von Rennen, oder vor Anstiegen, Softtrinks gereicht werden. Warum? ZUCKER! 

Dieser geht rasend schnell ins Blut und wird sofort in verfügbare Energie umgesetzt. Für SlowCarb natürlich nicht geeignet, aber es ist unglaublich! Auf einigen Touren, gegen Ende meist merkte und merke ich, das sich ein Hungerast andeutet. Die Beine werden wieder Schwer, kleine Krämpfe müssen erduldet werden, usw. Der man mit dem Hammer ist sozusagen in der Nähe. Ich halte dann an einer Tanke und kaufe mir ne Dose „ZUCKERWASSER“ und Trinke diese. Und was soll ich sagen? Nach ca. 5min. ist von dem Mann nicht mehr zu sehen….

Bei mir ist dieser Effekt allerdings dann, aber auch nach 20min. schon wieder vorbei. Er dient halt auch wirklich nur als Rettungsanker.

 

Ich denke ich habe nun wirklich genug geschrieben. Wer Anregungen, Fragen oder sonstiges zu sagen hat, darf gerne Kommentieren, Mailen.  Der Artikel kann auch gerne geteilt werden. Gerne dürft ihr mich natürlich auch Flattrn…

 

Abschließend nochmal die wichtigsten links:

4Hourgeeks.com
4Stundenkörper

 RIDE ON!

 

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