Die Sache mit ZWIFT

Aufgrund einiger Unterhaltungen und vielen Tweets, oder Facebook Postings, möchte ich mich mal mit dem Thema ZWIFT beschäftigen.

Für diejenigen die gar nicht wissen worum es geht: ZWIFT ist ein, nennen wir es Spiel, mit dem man sein Rollentraining,, etwas interessanter gestalten kann. Grob gesagt verbindet man sein „Rad“ mit dem Rechner und schon kann es losgehen…Zur Zeit stehen zwei verschiedene Kurse zu Verfügung die gefahren werden können. Zum einen die komplett virtuell gestaltete Insel Watopia, zum anderen der Weltmeisterschaftskurs, der Strassenrad WM 2015, Richmond.
Beide Kurse sind mit Anstiegen und Abfahrten versehen, sowie einigen Sprintwertungen…

Soweit so gut.

In der letzen Zeit hört man echt viel von ZWIFT, mal so mal so…der eine findet es doof, wenn sich die Leute die ganze Zeit auf der Rolle bewegen und nicht draussen Fahren, der andere regt sich darüber auf, das es ja viel zu eintönig sei… you name it…

Was ich zum Anlass genommen habe um diese POST zu schreiben, war eine Unterhaltung auf Twitter, was man denn für ZWIFT so als Hardware braucht, damit das ganze funnktioniert und mit einigen Antworten von mir und auch anderen begann nun ein kleines Drama.

Mein Setup hier ist ein ganz schlichtes. Ich habe einen relativ alten TACX Swing. Ein Rollentrainer, auf den man sein Rad schnallt (MTB/RR/wasauchimmer), und man einen Hebel hat, mit dem man den Widerstand regeln kann. Am Rennrad habe ich, durch einen Garmin Edge, den Trittfrequenz- Geschwindigkeitssensor GSC10 verbaut. Dieser kommuniziert über ANT+, am Rechner noch einen ANT+ Empfänger und fertig ist das ganze. Ich kann also meine Trittfrequenz und meine Geschwindigkeit an ZWIFT senden. MIR REICHT DAS!
Nochmal etwas genauer:
Ich fahre also auf der Rolle, da mein Garmin auf die Radgröße kalibriert ist, weiß er also wie schnell ich, bei welcher TF, ich welche Strecke zurücklege. Doch was passiert wenn ich in ZWIFT einen Berg vor mir habe? Erstmal gar nix, meine Rolle ist nicht durch das Programm regelbar und deswegen fahre ich eben einfach weiter meinen Stiefel…
Aber da kommen ja schon die nächsten Unmutsäusserungen, wäre ja viel zu einfach, man kann ja nach belieben betrügen.
Doch da haben wir die Rechnung ohne ZWIFT gemacht, denn: ZWIFT ist einfach so dreist und schraubt im „Spiel“ meine Geschwindigkeit drastisch herunter, bei Gefälle auch ein wenig hoch…
Also immer locker bleiben.
ZWIFT zeigt einen WattWert an, aber auch den errechnet er sich irgendwoher, ähnlich wie es STRAVA eben auch tut, wenn man keine Wattmessung am Rad hat, oder eine Hometrainer, der sowas hat und unterstützt wird…

Ich kann  also am „Berg“ einfach so weiterfahren, wie ich eben schon seit 20min., herumkurbele und mein alter Ego auf dem Bildschirm sieht aus, als ob er jeden Moment vom Fahrrad fällt, weil es so langsam vorankommt. Ich kann natürlich auch mehr in die Pedale Treten, damit ich schneller werde, somit wird mein Computer Ich eben auch schneller. Es ist natürlich nach wie vor möglich auch den Widerstand zu erhöhen, nur bringt das im Spiel nicht alzuviel, da es das ja nicht merkt, da ich ja keine Wattmessung habe. Aber ich brauche das auch nicht. Momentan fahre ich meine Rolleneinheiten einfach lieber auf ZWIFT, da eben doch mehr Abwechslung bringt, als nebenbei einen Film zu schauen, bei mir zumindest.

Kommen wir nochmal auf das Betrügen…
…man könnte ja die Rolle auf niedrigsten Widerstand stellen, eine TF von 110 anfahren, und dann das ganze für 2-3std. machen…
Bringt aber nix, da ja ZWIFT, meine Geschwindigkeit am Berg einfach dreist runterrechnet… ich meine mich erinnern zu können das, wenn ich auf der Rolle um die 30 km/h fahre, ich in der Steigung  in z.b. Richmond nur noch mit 6km/h die Steigung „hochfliege“…

Von Chancengleichheit war die Rede, wer sich nicht an die Regeln hält dürfe nicht mitmachen, ein weiterer Punkt.

Chanchengleichheit? Wie soll man die herstellen?
Natürlich, als erstes muss jeder eine geregelte Rolle fahren. Aber dann auch eine die auch die Abfahrten realistisch simuliert. Eine montierte Wattmessung versteht sich ja von selbst…
Doch wenn wir dann so anfangen:

– muss jeder auch die gleiche Rolle fahren
– die gleiche Wattmessung fahren (da gehen wir mal von gleichen Messungen unterschiedlicher Herstellern aus)
– die Rollen müssen alle gleich kalibriert sein (muss sich also jemand finden, der durch die Welt reist und dies übernimmt)
– Luftdruck und Reifen wären auch so ne Sache (allerdings sind die ja auf der Strasse auch unterschiedlich)

Wir sehen also, eine Chancengleichheit wird es so einfach nicht geben. Wer betrügen will findet Wege dies zu tun. Wenn er dies möchte. Bitte. Das kann ich aber auf andere Bereiche ausdehnen. Sei es der Winterpokal, sein es Strava. Auch die viel gelobte Verbindung vom Winterpokal mit Strava, nutzt nichts, da ich ja Stravaaktivitäten, manipulieren kann.

Mein persönliches Fazit des ganzen:

Ich verstehe nicht warum sich so viele Leute immer Gedanken um Betrug in solchen Foren, Communitys oder, in diesem Falle, Spielen! machen. Ich fahre hier für mich, um mein Rollentraining, welches schon grausam genug ist, etwas interessanter zu Gestalten. Ob bei mir mal eine Rolle mit Regelung und Antrieb zum Setup gehören wird, weiß ich noch nicht, ist ja auch eine Budgetfarge. Und ob sich das ganze für die paar mal, die ich es nutze, wirklich lohnt weiß ich noch nicht. Vielleicht nutzt man das ganze auch einfach öfters, wenn man so ein Setup hat…wer weiß? Sollte mir jemand sowas schenken wollen, werde ich natürlich nicht ablehnen.. 😉
Eine Wattmessung, wird über kurz, oder lang, aber definitiv Einzug an meinem Rad halten, denn ich möchte damit einfach besser Trainineren können, wenn man das bei mir so nennen möchte…
Weitere, sehr gute Infos und einen Erfahrungsbericht  zu ZWIFT ,gibt es auch im VELOHOME Podcast Velohome 141
 

zwift

Belohnung eingefahren

 

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